
Lieferanten – Maßnahmen in der Lieferkette
Die Lieferkette eines Unternehmens macht 90 % der Gesamtemissionen einer Tätigkeit aus. Wie können Lieferanten in die Reduzierung dieser Emissionen einbezogen werden?



Nachhaltige Entwicklung hier, nachhaltige Entwicklung da ... Hand aufs Herz: In der Geschäftswelt ist dieses Schlagwort in aller Munde. Aber wissen Sie wirklich, was damit gemeint ist?
Das ist keine Kritik unsererseits – Sie kennen uns. 😇 Doch gerade jetzt, wo die Herausforderungen in diesem Bereich (und nicht nur im Bereich Ökologie) zunehmen, ist es entscheidend, dieses Konzept richtig zu verstehen. Vor allem, weil Unternehmen einen erheblichen Beitrag zu diesem notwendigen Wandel leisten können.
Doch was genau ist die nachhaltige Entwicklung? Was sind ihre Ziele? Wie setzt man nachhaltige Entwicklung in einer Organisation um? Welche drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung sollten Sie kennen, bevor Sie starten?
Die Antworten finden Sie in diesem Artikel.

Laut der Definition von der INSEE-Website (Institut national de la statistique et des études économiques) bezeichnet nachhaltige Entwicklung ein Entwicklungsmodell, das den Bedürfnissen der gegenwärtigen Generation entspricht, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
Diese von INSEE vorgeschlagene Definition ist eigentlich ein Zitat. Und dieses Zitat stammt aus dem Brundtland-Bericht (gemeinhin als eine Publikation mit dem offiziellen Titel „Unsere gemeinsame Zukunft“ bezeichnet).
Er wurde 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) erstellt - zu dieser Zeit unter Vorsitz der Norwegerin Gro Harlem Brundtland (damals Premierministerin) - und wird regelmäßig als das erste Dokument angesehen, das den Begriff „nachhaltige Entwicklung“ verwendete.
Dies ist jedoch nicht ganz korrekt: Tatsächlich taucht der Begriff bereits Anfang der 1970er Jahre in einigen wissenschaftlichen Schriften auf. So erwähnt ihn der Bericht des Club of Rome – „Die Grenzen des Wachstums“ („Limits to growth“ im Englischen) – schon 1972.
Dennoch musste man bis 1992 warten, bis der damals in Rio abgehaltene Erdgipfel (unter der Ägide der Vereinten Nationen) dieses Konzept sowie die drei Säulen – Wirtschaft, Ökologie, Soziales – offiziell machte.
In der Zivilgesellschaft war das Konzept der nachhaltigen Entwicklung bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts relativ unbekannt, verbreitete sich aber anschliessend mit der Zunahme wirtschaftlicher und ökologischer Krisen, die die globalen Nachrichten beherrschen: Ölkrisen, Nuklearunfälle, Ölpest ... die Liste ist lang.
Nach und nach werden auch die ersten spürbaren Klima- und Umweltveränderungen (Verlust der Biodiversität, Problematik der Ozonschicht usw.) der Zivilgesellschaft bewusst.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird die Lage eindeutig: Das von den Menschen entwickelte Gesellschaftsmodell ist nicht tragfähig. Angesichts der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und der tiefgreifenden Veränderungen durch den Klimawandel wird die Fähigkeit künftiger Generationen, ihre Bedürfnisse erfüllen zu können, gefährdet.
Wissenswert: Der Ausdruck „nachhaltige Entwicklung“ ist eigentlich ein Übersetzungsfehler. Er wurde wörtlich aus dem englischen „sustainable development“ (auf Französisch „développement soutenable“) übersetzt. Trotz späterer Korrekturen im von Frau Gro Harlem Brundtland präsentierten Bericht ist das Konzept der „nachhaltigen Entwicklung“ jedoch das bekannteste geblieben.

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist eng mit dem der Sozialen Verantwortung der Unternehmen (besser bekannt unter dem Akronym „CSR“) verknüpft.
Ganz praktisch umfasst der Begriff „Entwicklung“ alles, was mit der Verbesserung der Leistungen einer Organisation oder Gesellschaft zu tun hat – sowohl wirtschaftlich, sozial als auch ökologisch. Das Wort „nachhaltig“ drückt aus, dass diese Verbesserungen auf Dauer angelegt sein müssen, um relevant zu sein.
Die soziale Säule der nachhaltigen Entwicklung bezieht sich auf die Konzepte Gerechtigkeit und Wahrung individueller Rechte.
Zu ihren Prinzipien gehören:
Die wirtschaftliche Säule der nachhaltigen Entwicklung bezieht sich auf die Begriffe Effizienz und Wohlstand.
Sie steht für die Fähigkeit eines Unternehmens, zu einer verantwortungsvollen Wirtschaft beizutragen. Anders gesagt: es geht darum, nur die wirklich benötigten Güter zu produzieren – nicht mehr –, bei möglichst geringem Risiko für unseren Planeten sowie die Gesellschaft insgesamt. Beispielsweise darf die Gesundheit der Bevölkerung nicht gefährdet werden.
Nochmals: Das Ziel besteht darin, die Bedürfnisse der jetzigen Generation zu erfüllen, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beschneiden.
Der Schlüssel? Nicht nur an die Gegenwart denken. Unternehmen haben die Pflicht, eine langfristige Strategie zu entwickeln, die über das Hier und Jetzt hinausgeht.
Wichtig: Im Gegensatz zu einer gängigen Meinung ist es nicht zwingend erforderlich, einen 180°-Schwenk im Geschäftsmodell vorzunehmen. Die sorgfältige Wiederverwertung eigener Produkte ist zum Beispiel ein sehr guter Beitrag zu einer prosperierenden Zukunft kommender Generationen. Und der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe ist dabei ein klarer Pluspunkt zum Schutz der Umwelt.

Die ökologische Säule steht für Verantwortung und Bewahrung.
Sie beruht vor allem auf dem Ziel, unsere Umwelt und unseren Planeten vor den Schäden durch Verschmutzung, Überkonsum und Ressourcenerschöpfung zu bewahren.
Zu ihren Prinzipien gehören:

Gelegentlich wird eine vierte Säule der nachhaltigen Entwicklung genannt: die Kultur. Tatsächlich steht jedoch die Kultur an der Schnittstelle der drei gerade besprochenen Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung.
Die drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung sollen fest in lokale, nationale und globale Wachstums- und Entwicklungsstrategien integriert werden. Doch nach Ansicht mancher Akteure erfassen diese Dimensionen nicht die Komplexität heutiger Gesellschaften und aller Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung.
Vor diesem Hintergrund haben einige Akteure bei verschiedenen Anlässen (zum Beispiel beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002) gefordert, die Kultur als vierte Säule zur nachhaltigen Entwicklung hinzuzufügen; denn sie prägt und bestimmt viele unserer Handlungen.
Die Erklärung zur kulturellen Vielfalt (2001) und die Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005) – beide von UNESCO – präzisieren den Zusammenhang zwischen Kultur und nachhaltiger Entwicklung.
Dieser lässt sich in zwei wesentlichen Punkten zusammenfassen:
Tatsächlich steht die Welt nicht nur vor wirtschaftlichen, sozialen oder ökologischen Herausforderungen. Kreativität, Wissen und Vielfalt sind unverzichtbare Grundlagen für Dialog, Frieden und Fortschritt. Sie sind untrennbar mit den Konzepten der menschlichen Entwicklung und Freiheit verbunden.
Diese vierte Säule kann daher starke Verbindungen zu den anderen drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung schaffen.
Außerdem trägt die Kultur soziale Werte (Zusammenhalt, Solidarität, Grundfreiheiten usw.) und unterstützt damit ein Gesellschaftsmodell, das Gleichberechtigung und Wohlstand fördert.
Warum nicht? Schließlich kann die Kultur bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie als Vermittlerin dienen: Sie vereint und verbindet Menschen durch „all die geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Merkmale, die eine Gesellschaft oder soziale Gruppe kennzeichnen [...]“
Warum also darauf verzichten?
Die Umsetzung der Säulen nachhaltiger Entwicklung im Unternehmen trägt maßgeblich zur langfristigen Sicherung des Geschäftsmodells bei – und dazu, sich als Arbeitgeber zu präsentieren, der zum gesellschaftlichen Fortschritt beiträgt.
Ein Governance-Programm mit sozialen und humanistischen Werten fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden und Kolleg:innen.
Klartext: Ein Unternehmen ist erfolgreicher, wenn es den Mitarbeitenden dort gut geht. Geringere Fluktuation, bessere Teamstimmung, mehr Motivation ... Die Vorzüge nachhaltiger Entwicklung sind vielfältig. Kurz gesagt: Ein solches Modell ist meist gleichbedeutend mit gesteigerter Produktivität. In einem Unternehmen, das sein Team respektiert und für Entfaltung sorgt, fühlt man sich naturgemäß engagierter und motivierter.
Ein Unternehmen, das sich einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, erweitert somit seine Ziele – über bloße Wirtschaftlichkeit hinaus.

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung führt nachhaltige Entwicklung nicht zwangsläufig zu horrenden Ausgaben.
Indem Sie das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens anpassen, können Sie vielmehr zusätzliche Gewinne erzielen ... Und das nicht nur beim Image!
Verantwortungsvolle Produktion erfordert oft auch Veränderungen im Arbeitsablauf. Es geht nicht nur um Investitionen in erneuerbare Energien oder höherwertige Rohstoffe: Auch unnötige oder freiwillige Ausgaben können eingespart werden. Viele Einsparmöglichkeiten entstehen so auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung.
Ob Sie nun Wert auf Ethik legen oder nicht – Sie kommen um die sachlichen Folgen nicht herum.
Anders ausgedrückt: Ist Ihr Unternehmen für die Risiken durch den Klimawandel gewappnet? Diese Risiken sind keineswegs Theorie, sondern werden im Alltag durch die Nachrichten veranschaulicht. Und eines steht fest: Durch Klimawandel verursachte Störungen oder Katastrophen gefährden manche Geschäftsmodelle existenziell.
Auch Investoren täuschen sich nicht: Klima gilt heute als eigenständiges Risiko, das ihre Bereitschaft, ein Unternehmen zu finanzieren, maßgeblich beeinflusst.
Konkret: Ignoriert Ihr Unternehmen dieses Risiko oder trifft es keine Vorkehrungen, könnten die Finanzen sprichwörtlich versickern.
Ebenso werden die gesetzlichen Regelungen für Unternehmen, die ihr Umweltprofil nicht berücksichtigen, zunehmend strenger. Schon jetzt sind einige von ihnen gesetzlich verpflichtet, ihren CO2-Fußabdruck zu berechnen.
Fazit: Warten Sie nicht, bis es zu spät ist. Seien Sie vorbereitet!

Der Weg zur nachhaltigen Entwicklung ist kein Spaziergang. So tiefgreifende Veränderungen wie die für die Transformation eines Unternehmens nötigen erfordern das Engagement aller ... und zwar von allen Beteiligten.
Ein Beispiel? Die Einführung von Öko-Aktionen im Unternehmen verlangt die Mitarbeit jedes Einzelnen. Alle müssen bereit sein, Gewohnheiten zu ändern, die oft seit Jahren bestehen. Ohne ein Gemeinschaftsgefühl für diese Sache laufen Sie Gefahr, sich vergeblich abzumühen, damit Veränderungen greifen.
Daher: Seien Sie klug und überlegen Sie, wie Sie den Wandel für Ihr Team am besten gestalten. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten. Ihre Ziele sollten nicht mit Trauermarsch angekündigt werden. Gestalten Sie die Transformation möglichst spielerisch und motivierend. ✌
Unternehmen, die beispielsweise regelmäßig ihren CO2-Ausstoß messen, motivieren ihre Teams, indem sie daraus einen Wettbewerb machen: Am Ende der Woche gewinnt das Team mit dem geringsten CO2-Ausstoß einen Preis.
Verstanden? Finden Sie ein kulturelles Element, das zu Ihrer Firmenkultur passt und die Bindung zwischen Struktur und Beschäftigten stärkt.

Um Sie beim Wandel hin zur nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen, gibt Greenly Ihnen für jede Säule einige Praxisbeispiele an die Hand.
Fördern Sie Homeoffice. Es findet immer mehr Zuspruch, da die Mitarbeitenden das Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben suchen. Für manche senkt dies Stress und steigert die Produktivität.
Unterstützen Sie die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) über Ihre CSR-Strategie. Die von der UNO festgelegten Nachhaltigkeitsziele unterstützen z.B. Kinderbildung oder Armutsbekämpfung.
Fördern Sie Bildung und Zugang zum Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung oder sozialer Benachteiligung.

Erstellen Sie eine CO2-Bilanz für Ihr Unternehmen, um Ihren Treibhausgasausstoß (THG) und Prioritäten für Verbesserungen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Modell zu identifizieren.
Sanieren und dämmen Sie die Firmengebäude. Viele Firmengebäude sind heute schlecht gebaut und/oder schlecht isoliert – eine große Energieverlustquelle, egal ob geheizt oder gekühlt wird.
Sorgen Sie für optimales Abfallmanagement aus Ihrer Tätigkeit.
Entscheiden Sie sich für eine „grüne“ Energielösung. Wenn möglich, wählen Sie einen Anbieter für erneuerbare Energie (Solar, Wind, Wasser usw.).
Finanzieren Sie Kompensationsprojekte für CO2, um die Reduzierung und den Ausgleich von CO2-Emissionen zu unterstützen.
Überarbeiten Sie Ihre Mobilitätspolitik: Reduzieren Sie Dienstreisen (insbesondere Flüge), und motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden, öffentliche Verkehrsmittel statt Auto zu nutzen. Auch innerbetriebliche Fahrgemeinschaften sind möglich.
Schenken Sie Ihren Mitarbeitenden Kulturgutscheine.
Fördern Sie kulturelle oder sportliche Vereine im Unternehmen
Wir sind Greenly, die Spezialisten für die CO2-Bilanz von KMU. Unser Ziel? Jeder Firma unabhängig vom Budget den Einstieg in die ökologische Transformation ermöglichen.
Profitieren Sie von einer kostenlosen und unverbindlichen Beratung durch unsere Expert:innen für Ihre individuelle CO2-Bilanz.