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ESG-Kriterien: Nachhaltigkeit auf allen Unternehmensebenen
Erfahren Sie alles über Umwelt, soziale Verantwortung und nachhaltige Unternehmensführung in Verbindung mit den ESG-Kriterien
Firmenchefinnen und Firmenchefs sind nicht eines Morgens aufgestanden und gesagt haben: „So, ab heute machen wir den Laden umweltfreundlich und sozial gerecht!”. Bereits im 17. Jahrhundert gab es Quäker, die aufgrund von Verbindungen zur Sklaverei Geschäftsbeziehungen ablehnten.
Von einigen Menschen, die verantwortlich handeln wollten, bis hin zu Regelungen auf globaler Ebene, war es aber noch ein langer Weg. Greenly nimmt sie mit auf eine Weltreise zur Nachhaltigkeit.
Auch wenn vielen heute klar ist, worum es sich bei den ESG-Kriterien handelt, hier nochmal eine kleine Zusammenfassung: Anhand der ESG-Kriterien sollen Unternehmen hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung sowie ihrer Unternehmensführung bewertet werden.
So sollen sie nachhaltige Geschäftspraktiken fördern und darüber hinaus Risiken und Chancen, die Umwelt und Ethik betreffen, identifizieren. Dabei stehen die drei Buchstaben für*:
*Die Angaben der jeweiligen Kategorie sollen eine grobe Idee der möglichen Inhalte vermitteln. Die genauen Punkte variieren von Unternehmen zu Unternehmen.
Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt heute nahezu jedes Unternehmen – ob aus Ideologie oder aus regulatorischer Verpflichtung. Angefangen vom Wettbewerbsvorteil, der Mitarbeitergewinnung und der eigenen Reputation.
In einer Welt, in der Verbraucher und Arbeitnehmer mehr und mehr Wert auf ethische und ökologische Geschäfts- und Beschaffungspraktiken legen, sichert ein nachhaltiger Ansatz wirtschaftlichen Erfolg und langfristige Überlebensfähigkeit.
Außerdem kann ein Unternehmen durch nachhaltiges Handeln Kosten sparen, weil Ressourcen effizienter genutzt werden, die Lieferketten optimiert und der Energieverbrauch reduziert wird – dies führt nicht selten zu einem erhöhten Innovationspotenzial, da Unternehmen angeregt sind, revolutionäre Lösungen und Produkte zu entwickeln, um auf zukünftige Bedürfnisse der Verbraucher und allgemeine Herausforderungen einzugehen.
Außerdem geht eine nachhaltige Unternehmensführung mit einem besseren Risikomanagement einher, gesetzliche Vorschriften werden vor allem aus ökologischer und ethischer Sicht immer strenger, wer jetzt schon Wert darauf legt, ist zukünftig besser auf rechtliche Anforderungen vorbereitet. In Summe ziehen diese Faktoren Investoren an, was einem Unternehmen neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet und finanzielle Sicherheit schafft.
In der Quäker-Bewegung in Großbritannien und den USA beispielsweise war soziale Gerechtigkeit ein zentrales Thema. Anhänger lehnten es ab, in Industrien zu investieren, die mit Sklaverei, Alkohol oder Waffenhandel in Verbindung standen. Die Methodisten, deren Wurzeln in England liegen, engagierten sich ebenfalls gegen die Sklaverei, lehnten unethische Praktiken ab und ließen sich bei Investitionen von sozialen und moralischen Werten leiten.
Zwei prägende Figuren der amerikanischen Wirtschaft waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, die als Philanthropen geltenden Großindustriellen Andrew Carnegie und John D. Rockefeller. Beide Männer wandten ihre Gewinne Stiftungen und sozialen Projekten zu. Sie nahmen wesentlichen Einfluss auf ethisches Handeln in der Geschäftswelt, indem sie vor allem in Bildung, Gesundheit und somit soziale Gerechtigkeit investierten.
Im Jahr 1953 veröffentlichte der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Howard R. Bowen sein Werk Social Responsibilities of the Businessman. Darin schrieb er, dass Unternehmen eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hätten und positiven Einfluss auf sie haben sollten. Ihre Geschäftsentscheidungen sollten nicht nur an Gewinnmaximierung orientiert sein, sondern auch an den Auswirkungen auf Umwelt und Gemeinschaft. Bis seine Forderungen wirklich Aufmerksamkeit erfuhren, mussten aber noch 20 Jahre vergehen.
1962 veröffentlichte die Biologin Rachel Carson das Buch The Silent Spring (Dt.: Der stumme Frühling). Mit dem Titel spielte sie auf eine Zukunft an, in der es still ist, da keine Vögel mehr zwitschern – denn die Biodiversität wurde durch menschlichen Eingriff so stark beeinträchtigt, dass viele Tiere ausgelöscht wurden. In ihrem Werk prangert sie die verheerenden Umweltauswirkungen von Pestiziden an, indem sie veranschaulicht, wie diese in die Nahrungskette gelangen, langfristige Schäden anrichten und ganze Ökosysteme zerstören können. Das Buch gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung und zählt zu den einflussreichsten Werken des 20. Jahrhunderts.
Weitere Treiber waren die Bürgerrechtsbewegung und die Antikriegsbewegung in den USA, die enorme soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hatten und so Boden für das weltweite Phänomen der sogenannten 68er-Bewegung boten. Die Weltordnung verschob sich, da ein neues Bewusstsein für politische und soziale Verantwortung geschaffen wurde, das demokratische Strukturen und Umweltbewusstsein nachhaltig beeinflusst hat.
Gerade in Südafrika bekam man diese Entwicklung zu spüren. Die Welt kritisierte vermehrt die Apartheid und Investoren fingen an, sich von Unternehmen abzuwenden, die das Regime unterstützten, manchen reichten sogar Geschäftsbeziehungen mit Südafrika, um eine Zusammenarbeit abzulehnen.
Im folgenden Jahrzehnt wurden die gesellschaftlichen und politischen Bemühungen konkreter, Ereignisse wie die Gründung von Greenpeace (1971), die Ölpreiskrise (1973), die Nuklear-Katastrophe von Tschernobyl (1986) sowie das Waldsterben in Europa sensibilisierten Märkte und Bevölkerung zusätzlich.
Initiiert vom damaligen US-Senator Wisconsin Gaylord Nelson begingen mehr als 20 Millionen Menschen am 22. April 1970 den ersten Earth Day.
Zahlreiche Universitäten und Colleges beteiligten sich am – zu jener Zeit noch nationalen – Aktionstag, der heute in mehr als 175 Ländern ausgerichtet wird. Dabei wird jährlich ein neues Motto ausgerufen. Weltweit soll er auf die Probleme von Umweltverschmutzung aufmerksam machen und Menschen dazu anregen, ihr Konsumverhalten in Frage zu stellen.
Obschon Hinweise auf eine Schwächung der Ozonschicht bereits seit 1957 existieren, wurden erst die Warnungen im Jahre 1974 von den Physikochemikern Mario J. Molina und Frank Sherwood Rowland ernst genommen. Sie belegten eine nicht unerhebliche Abnahme der Ozonkonzentration, zurückzuführen auf die nur schwer abbaubaren Fluorchlorkohlenwasserstoffe in der Atmosphäre.
Ihre Entdeckung führte zu einem Umdenken und der Entwicklung des Montreal-Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen (1987). Das Besondere: Das Protokoll ist ein multilaterales Umweltabkommen und damit völkerrechtlich relevant im Umweltrecht.
Richtig Schwung kam in die Nachhaltigkeitsdebatte mit dem 1987 von den Vereinten Nationen veröffentlichten Brundtland-Bericht – benannt nach Gro Harlem Brundtland, der ehemaligen Norwegischen Ministerpräsidentin und Vorsitzenden der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED, auch Brundtland-Kommission). Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung der Publikation Our Common Future (Dt. Unsere gemeinsame Zukunft) beteiligt, die den Begriff der nachhaltigen Entwicklung definierte:
Diese Zitate stammen vom ehemaligen Bundesminister Volker Hauff (SPD), der als einer der Hauptautoren am Brundtland-Bericht beteiligt war. Er ist bekannt für seine Förderung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung und wurde mehrfach für sein Umwelt-Engagement ausgezeichnet.
Zwar hatte es zuvor schon große UN-Konferenzen zum Thema Umwelt (Stockholm 1972) gegeben, jedoch war der Erdgipfel von Rio de Janeiro im Jahre 1992 das größte und bedeutendste internationale Zusammentreffen zum Thema Umwelt und Entwicklung.
Die Konferenz setzte neue, wegweisende Maßstäbe nachhaltiger Entwicklung. Auch in der Finanzwelt wurden Ethik und Nachhaltigkeit Thema: erste grüne Fonds und ethische Investitionen kamen auf den Markt, die sozial und ökologisch verantwortliche Unternehmen bevorzugten.
Auf diesem Fundament baute die sogenannte Rio-Erklärung auf, eine wegweisende Publikation aus dem Jahre 1992. Sie ist der Ertrag der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED, auch: Earth Summit oder Erdgipfel) aus demselben Jahr.
Sie beinhaltet 27 Grundsätze zum Schutz der Umwelt und zur nachhaltigen Entwicklung, die Staaten bezüglich Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesetzgebung berücksichtigen sollten. Ziel ist es, Umweltschutz mit wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung zu vereinen und globale Zusammenarbeit zu fördern.
Die komplette Rio-Erklärung finden Sie hier: https://www.un.org/depts/german/conf/agenda21/rio.pdf
Die Prinzipien der Rio-Erklärung waren und sind bis heute maßgeblich für die Ziele des UNFCCC, einer wegweisenden Umwelterklärung mit dem Hauptziel, die globale Klimaerwärmung zu verlangsamen.
Unterschrieben wurde diese bei derselben Konferenz in Rio von 154 Staaten sowie der Europäischen Gemeinschaft. Mittlerweile hat die UN-Klimakonvention 198 Vertragsstaaten, die sich jährlich zu einer Klimakonferenz (umgangssprachlich auch Weltklimagipfel) treffen, um über konkrete Klimamaßnahmen zu verhandeln.
Jedes Mitglied hat ein Veto-Recht, was bedeutet, dass Entscheidungen nur im Konsens getroffen werden können. Die bekanntesten Klimagipfel seither sind die COP3 in Kyoto (1997), die COP15 in Kopenhagen (2009) und die COP21 in Paris (2015) – aus der das Pariser Klimaabkommen stammt, an dessen Umsetzung die UNFCCC aktuell arbeitet.
Ebenfalls in Rio wurde das Aktionsprogramm Agenda 21 entwickelt. Ihre Leitlinien zur nachhaltigen Entwicklung mit den Schwerpunktthemen soziale und wirtschaftliche Dimension; Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen für die Entwicklung; Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen und Möglichkeiten der Umsetzung, richteten sich zunächst vor allem an nationale Regierungen und internationale Organisationen – forderten aber alle Kommunen der Vertragsländer auf, auf lokaler Ebene zu handeln. Die Agenda 21 nahm großen Einfluss auf öffentliches Denken und politisches Handeln.
Auch ein Produkt des Erdgipfels 1992: das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD oder auch Biodiversitätskonvention). Das internationale Umweltabkommen gilt als wichtigstes multilaterales Vertragswerk, um die globale Biodiversität zu schützen.
Im Jahre 1999 wurde der Globale Pakt der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, er gilt als die größte CSR-Initiative (CSR, Corporate Social Responsibility) weltweit mit über 20.000 Teilnehmern aus Unternehmen und anderen Interessensgruppen in mehr als 167 Ländern.
Der damalige UN-Generalsekretär und spätere Friedensnobelpreisträger Kofi Annan stellte ihn anlässlich des Weltwirtschaftsforums Unternehmensführung vor. In zehn Prinzipien sollten sich Unternehmen zu Mindeststandards sozialer und ökologischer Grundsätze verpflichten.
Zu den Themen gehörten Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Zwangs- und Kinderarbeit, Diskriminierung und Umweltefährdung. Sie sollten Initiativen zur Förderung größeren Umweltbewusstseins ergreifen und die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien anstoßen. Später wurde auch die Korruptionsbekämpfung Grundsatz des Global Compacts.
Investoren wollten vermehrt auch soziale und ökologische Aspekte in ihre Finanzierungsentscheidungen einfließen lassen, worauf das Dow Jones Verlagshaus in Kooperation mit dem SAM (Sustainable Asset Management) 1999 mit den DJSI, also den Dow Jones Sustainability Indexes antwortete.
Die nachhaltigkeitsorientierten Aktienindizes hoben sich von klassischen Aktienindizes ab, da sie eben nicht nur ökonomische – sondern auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen.
In den 2000er Jahren kam noch mehr Bewegung in die soziale und nachhaltige Entwicklung. Die UN verabschiedeten die sogenannten Millennium-Entwicklungsziele (2000), die Armutsbekämpfung sowie soziale, wirtschaftliche, aber auch ökologische Themen wie Nachhaltigkeit und Zugang zu sauberem Wasser auf ihrer Agenda hatten. Das Kyoto-Protokoll der UN verpflichtete Industrieländer zu konkreten Reduktionszielen für Treibhausgasemissionen und stieß Emissionshandessysteme an. Es wurde bereits 1997 verabschiedet, trat jedoch erst im Jahr 2005 in Kraft, Der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Al Gore öffnete der breiten Öffentlichkeit die Augen für die Dringlichkeit des Klimaschutzes mit seinem Oscar-prämierten Film Eine unbequeme Wahrheit (2006). ESG-Kriterien wurden vermehrt in die Finanzmärkte integriert: Die Equator Principles (2003) boten Finanzinstituten ein Regelwerk zur freiwilligen Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards für Projektfinanzierungen. Dies führte vermehrt zu systematischer Risikobewertung von Großprojekten. Darüber hinaus kann seit 2007 über Green Bonds in Projekte und Unternehmen investiert werden, die Klima, Natur und Umwelt schützen.
Eine NGO mit Durchschlagskraft: Das CDP gilt heute als Schlüsselinitiative für Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, da es half, Umwelt- und Klimadaten systematisch zu erfassen und diese der Öffentlichkeit und Investoren zugänglich zu machen. Im Jahr 2000 gegründet, berichten heute mehr als 23.000 Unternehmen weltweit im Rahmen des Carbon Disclosure Projects.
Im Jahre 2004 wurde ESG als solches dann erstmals erwähnt. Im von den Vereinten Nationen veröffentlichten Whitepaper Who Cares Wins: Connecting Financial Markets to a Changing World, das gemeinsam mit international führenden Finanzinstituten erstellt wurde, wird argumentiert, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen entscheidend für eine nachhaltige und langfristig erfolgreiche Kapitalanlage sind. Es wird auf die Verbindung finanzieller und gesellschaftlicher Verantwortung hingewiesen sowie auf die Materialität und Konkretisierung der ESG-Themen. Der Bericht gilt als Meilenstein in der Gestaltung nachhaltiger Finanzierungsansätze. Er beeinflusste unter anderem die Initiative UN PRI.
Die 2006 von der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms (UNEP) und des bereits zuvor erwähnten UN Global Compacts gegründete Investoreninitiative hat als Netzwerk sechs Prinzipien für verantwortungsvolle Investments erstellt. Mit ihrer Hilfe sollten Investoren die Auswirkungen von Nachhaltigkeit besser verstehen können. In ihren Prinzipien sprechen Sie konkret von ESG-Kriterien, die in Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden sollen.
Ein Meilenstein in der Nachhaltigkeitsberichterstattung war die Global Reporting Initiative (GRI) von 2007. Sie entwickelte sich zum führenden Standard für Großunternehmen, KMUs, NGOs und Regierungen, die nun transparenter über ihre Geschäftspraktiken auf sozialer, ökologischer und Führungsebene berichteten. Unternehmen und Märkte wurden zunehmend für ESG-Kriterien sensibilisiert. Die GRI gehört zu den Wegbereitern der heute relevanten CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), aber dazu später mehr.
In den 2010er Jahren ist die ESG aus der Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken: Länder erlassen vermehrt Vorschriften, die Unternehmen zur Offenlegung ihrer ökologischen und sozialen Auswirkungen verpflichten und den Druck für nachhaltige Unternehmensführung erhöhen – wie zum Beispiel Frankreich im Jahr 2010 mit der Grenelle-II-Verordnung. 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Agenda 2030, die wie schon die Agenda 21 das Ziel der nachhaltigen Entwicklung verfolgt. Die Agenda 2030 ist breiter aufgestellt mit einem globalen Fokus, wobei sie sich auf die Sustainable Development Goals (SDGs) bezieht – 17 von der UN festgelegte Ziele für eine inklusive, nachhaltige und gerechte Welt. Im selben Jahr einigen sich 196 Staaten mit dem Pariser Klimaabkommen auf die Beschränkung des Anstiegs der weltweiten Durchschnittstemperatur von möglichst 1,5 Grad Celsius, aber maximal 2 Grad Celsius; die Senkung der Emissionen und Anpassung an den Klimawandel sowie die Lenkung von Finanzmitteln im Einklang mit den Klimaschutzzielen. Darüber hinaus haben verschiedene Initiativen und Verordnungen dazu geführt, dass Nachhaltigkeit und die Berichterstattung darüber für mehr und mehr Unternehmen verpflichtend geworden sind. Die Initiative soll Unternehmen auf Basis des Pariser Klimaabkommens helfen, Emissions-Redukzionsziele anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse festzulegen.
Die Richtlinie (EU) 2014/95 (NFRD) oder nicht-finanzielle Berichterstattung von Unternehmen war ein weiterer großer Schritt in Richtung Transparenz und Rechenschaftspflicht von sozialen und ökologischen Fragen, wovon neben Investoren vor allem Verbraucher profitieren sollten. Sie verpflichtete Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern dazu, Angaben zu Menschenrechten, Arbeitnehmerbelangen, Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption sowie Unwelt- und soziale Themen offenzulegen. Zehn Jahre später wurde sie von der umfassenderen und tiefgreifenden CSRD abgelöst.
Die Science Based Targets Initiative wurde 2015 vom CDP, dem UN Global Compact, dem World Wide Fund for Nature WWF und dem World Resources Institute (WRI) gegründet. Sie hat branchenspezifische Methoden, Anforderungen und Rahmenbedingungen entwickelt und unterstützt Unternehmen so bei der Umsetzung ihrer Klimastrategie, anhand derer sie ihre Emissionen reduzieren sollen, was regelmäßig von der SBTi überprüft wird. Ihre Ziele sind dabei an das Pariser Klimaabkommen angelehnt. Mittlerweile haben sich über 6.000 Unternehmen der Initiative angeschlossen.
(Ausführliches zum Thema SBTi finden Sie hier: https://greenly.earth/de-de/sbti)
Die ambitionierte Initiative (2019) der Europäischen Kommission hat das Ziel, die EU bis zum Jahr 2050 auf Null-Netto-Emissionen von Treibhausgasen zu bringen, um als erster „Kontinent” klimaneutral zu sein.
Seit den 2020er Jahren ist ESG in der globalen Wirtschaft tief verankert und etabliert. Besonders in der EU werden sie sukzessive wichtiger, da mit der neuen CARD-Verordnung immer mehr und auch kleinere Unternehmen zu einem konformen Nachhaltigkeitsbericht verpflichtet werden.
Die Verordnung (EU) 2020/852 oder auch Taxonomieverordnung wurde Anfang des neuen Jahrzehnts verabschiedet und soll einen Rahmen für nachhaltige Investitionen vorgeben. Mit dem Klassifikationsschema lassen sich Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig einstufen – oder eben nicht. Daran sollen Anleger sich orientieren können und motiviert werden, Kapital für den ökologischen Umbau von Energieproduktion und Wirtschaft bereitzustellen. Die EU-Taxonomie leistet einen Beitrag zum European Green Deal.
Das europäische CO2-Grenzausgleichssystem CBAM (2023) ist ein Mechanismus, der die Verlagerung von Treibhausgasemissionen in Nicht-EU-Länder verhindern soll (ähnliche Prinzipien wie das Basler Übereinkommen von 1989 zum Transport gefährlicher Abfälle, kennt man bereits aus der Entsorgung). Emissionsintensiv im Ausland produzierte Güter sollen mit dem gleichen CO2-Preis belegt werden wie in der EU hergestellte Güter. Konkret bedeutet das, dass Unternehmen, die im Rahmen des EU-Emissionshandels (EU-ETS) höhere CO2-Kosten tragen müssen, ihre Produktion nicht ohne Konsequenzen in Länder ohne oder mit geringerer CO2-Bepreisung verlagern können – dieser Vorgang wird auch Carbon Leakage genannt.
(Ausführliches zum Thema CBAM finden Sie hier: https://greenly.earth/de-de/cbam)
Die European Sustainability Reporting Standards sind so etwas wie die Spielregeln der CSRD-Berichterstattung. Sie legen genau fest, welche Inhalte und Kennzahlen ein Unternehmen in seinem Nachhaltigkeitsbericht offenlegen muss. Diese sind in generellen, themenbezogenen Standards nach ESG-Kriterien beschrieben. Ihr Ziel ist es, die Auswirkungen, Risiken und Chancen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung darzustellen und zu analysieren. Erarbeitet wurde dieser EU-Nachhaltigkeitsberichtstandard von der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group), also der Europäischen Beratungsgruppe für Rechnungslegung. Man kann sagen, dass die ESG-Kriterien einen Rahmen vorgeben, der von den ESRS gefüllt wird. Mehr zum Thema ESRS gibt es hier: https://greenly.earth/de-de/esrs
Die Corporate Sustainability Reporting Directive ersetzt seit 2024 die Non-Financial Reporting Directive (NFRD). Sie ergänzt und erweitert zuvor verbindliche Regeln. Sie betrifft deutlich mehr Unternehmen als zuvor und ist thematisch tiefgreifender. Unter die Beweispflicht fallen nun auch: Umwelt, Klimawandel, Unternehmensführung sowie soziale Aspekte und Menschenrechte. Dies sorgt für mehr Transparenz und soll es Stakeholdern vereinfachen, die Nachhaltigkeit von Betrieben besser einschätzen zu können. Zentral für bessere Transparenz und Vergleichbarkeit von Unternehmen sind hier die ESG-Kriterien.
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