
Lieferanten – Maßnahmen in der Lieferkette
Die Lieferkette eines Unternehmens macht 90 % der Gesamtemissionen einer Tätigkeit aus. Wie können Lieferanten in die Reduzierung dieser Emissionen einbezogen werden?



CO2e, oder Kohlendioxidäquivalent, ist eine standardisierte Einheit zur Messung der Klimaauswirkungen verschiedener Treibhausgase. Während Kohlendioxid (CO2) das am häufigsten genannte Treibhausgas ist, ist es nicht das einzige, das zur globalen Erwärmung beiträgt. Andere Gase wie Methan (CH4) und Lachgas (N2O) haben ein viel höheres Erwärmungspotenzial als CO2, was den Vergleich ihrer Auswirkungen auf das Klima erschwert. CO2e löst dieses Problem, indem es eine Möglichkeit bietet, die Wirkung verschiedener Treibhausgase mit einer einzigen, vergleichbaren Kennzahl auszudrücken.
Ob Sie nun einen Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens lesen, Ihren eigenen CO2-Fußabdruck bewerten oder Klimaziele überprüfen – Sie werden wahrscheinlich auf CO2e stoßen. Doch wie genau wird CO2e berechnet und warum ist es ein so wichtiges Werkzeug im Kampf gegen den Klimawandel?
👉 In diesem Artikel erfahren Sie, was CO2e ist, wie es berechnet wird und warum es bei der Emissionsberichterstattung und im Bereich Nachhaltigkeit eine Schlüsselrolle spielt.
CO2e, auch Kohlendioxidäquivalent genannt, ist eine Messgröße, die zur Standardisierung der Messung von Treibhausgasemissionen dient. Sie ermöglicht, verschiedene Gase auf Basis ihres Global Warming Potential (GWP) miteinander zu vergleichen und in eine gemeinsame Einheit umzurechnen. Diese Standardisierung erleichtert es, die Gesamtauswirkungen verschiedener Aktivitäten, Produkte oder Unternehmen auf das Klima zu bewerten.
Im Kern gibt CO2e die Menge an Kohlendioxid (CO2) an, die den gleichen Erwärmungseffekt hervorruft wie die emittierten Treibhausgase. Da unterschiedliche Gase verschiedene Treibhauswirkungen und Atmosphärenlebensdauern aufweisen, vereinfacht CO2e diese Unterschiede zu einer einzigen, vergleichbaren Zahl.
Beispielsweise ist Methan (CH4) kurzfristig weit wirksamer als CO2 und besitzt über einen Zeitraum von 80 Jahren ein GWP, das mehr als 80-mal höher ist. Auch Lachgas (N2O) ist mit einem GWP von etwa 273 über 100 Jahre deutlich potenter. CO2e gleicht diese Unterschiede aus, indem es die Emissionen verschiedener Gase in das entsprechende Äquivalent von CO2-Emissionen umrechnet.
Durch die Verwendung von CO2e können Unternehmen, politische Entscheidungsträger und auch Privatpersonen den Klimaeinfluss ihrer Aktivitäten genauer bewerten, Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit verfolgen und fundierte Entscheidungen zu Emissionsminderungsstrategien treffen.
CO2e wurde entwickelt, um die Herausforderung zu meistern, den Klimaeinfluss verschiedener Treibhausgase miteinander zu vergleichen. Obwohl Kohlendioxid (CO2) das am häufigsten ausgestoßene Treibhausgas ist, haben andere Gase wie Methan (CH4) und Lachgas (N2O) trotz geringerer Mengen ein deutlich höheres Global Warming Potential (GWP). Ohne ein standardisiertes Messsystem wäre es schwierig, die kombinierte Klimawirkung mehrerer Gase oder Emissionen verschiedenster Branchen und Regionen zu bewerten.
Das Konzept CO2e wurde eingeführt, um die Klimabilanzierung zu vereinfachen, indem alle Treibhausgasemissionen mit einer einzigen, vergleichbaren Kennzahl auf Basis ihres Global Warming Potential (GWP) dargestellt werden. Das GWP eines Gases misst, wie viel Wärme es in der Atmosphäre über einen bestimmten Zeitraum (meist 100 Jahre) im Vergleich zu Kohlendioxid zurückhält. Methan hat zum Beispiel ein GWP von etwa 80 über 20 Jahre, während Kohlendioxid ein GWP von 1 besitzt und damit als Basisgröße dient.
CO2e spielt eine zentrale Rolle in:
CO2e wird berechnet, indem die ausgestoßene Menge eines Treibhausgases mit dessen Global Warming Potential (GWP) multipliziert wird. Diese Formel ermöglicht es, verschiedene Treibhausgase in ihre Auswirkung auf das Klima – umgerechnet auf Kohlendioxid – darzustellen.
Die Grundformel für die CO2e-Berechnung:
CO2e = Menge des ausgestoßenen Treibhausgases (kg) × GWP des Gases
Das GWP gibt an, wie viel Wärme ein Treibhausgas im Vergleich zu Kohlendioxid über einen bestimmten Zeitraum (meist 100 Jahre) in der Atmosphäre zurückhält. CO2 hat ein GWP von 1 und dient als Bezugsgröße, während andere Gase aufgrund ihrer stärkeren Treibhauswirkung höhere Werte aufweisen.
Beispielsweise:
Beispielrechnung CO2e:
Nehmen wir an, ein Unternehmen stößt folgende Mengen an Treibhausgasen aus:
Schritt 1: Jedes Gas mit seinem GWP umrechnen (auf 100 Jahre gerechnet):
Schritt 2: Ergebnisse addieren:
1.000 + 2.800 + 13.650 = 17.450 kg CO2e
Diese Gesamtsumme gibt die kombinierte Klimawirkung aller ausgestoßenen Gase als eine einzige Zahl – in CO2e – an.
Durch die Standardisierung in der Emissionsmessung werden die Aktivitäten mit dem größten Klimaeinfluss leichter identifiziert und gezielte Reduktionsmaßnahmen für Unternehmen und politische Entscheidungsträger möglich.
CO2e bietet einen einheitlichen Weg, den Klimaeinfluss verschiedener Treibhausgase anhand ihres Global Warming Potential (GWP) zu vergleichen. Während Kohlendioxid (CO2) das am häufigsten ausgestoßene Treibhausgas ist, tragen auch andere Gase erheblich zur globalen Erwärmung bei und werden in die CO2e-Berechnung einbezogen.
| Greenhouse Gas | Global Warming Potential (GWP) | Primary Sources |
|---|---|---|
| Carbon dioxide (CO2) | 1 (baseline) | Burning fossil fuels, deforestation, industry |
| Methane (CH4) | 28-80 | Agriculture (livestock), landfill, gas leaks |
| Nitrous oxide (N2O) | 273 | Fertiliser use, industrial activities, fuels |
| Hydrofluorocarbons (HFCs) | Up to 12,400 | Refrigeration, air conditioning |
| Perfluorocarbons (PFCs) | Up to 12,200 | Aluminium production, semiconductor manufacturing |
| Sulfur hexafluoride (SF6) | 25,200 | Electrical insulation, magnesium processing |
| Nitrogen trifluoride (NF3) | 17,200 | Semiconductor manufacturing |
Jedes Treibhausgas unterscheidet sich in seiner Fähigkeit, Wärme zu speichern, und in seiner Lebensdauer in der Atmosphäre. Zum Beispiel:
Durch die Umrechnung aller Treibhausgase in eine einzige CO2e-Zahl werden Klimawirkungsanalysen konsistenter und vergleichbarer, was Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern hilft, realistische Reduktionsziele zu setzen und Fortschritte zu verfolgen.
CO2e spielt eine entscheidende Rolle bei der Messung und Steuerung von Treibhausgasemissionen und ist damit ein Grundpfeiler globaler Klimaschutzmaßnahmen. Durch die Bereitstellung einer standardisierten Kennzahl ermöglicht CO2e Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Privatpersonen, den Klimaeinfluss verschiedener Aktivitäten, Produkte und Branchen effektiver zu bewerten und zu vergleichen.
Deshalb ist CO2e so wichtig:
Obwohl CO2e weit verbreitet ist, um Treibhausgasemissionen zu standardisieren, weist die Kennzahl mehrere Einschränkungen auf, die das Verständnis und die Bewertung der Klimawirkung beeinflussen können. Diese Grenzen zu kennen, ist wichtig, damit Emissionsdaten sinnvoll genutzt und richtig interpretiert werden.
1. Vereinfachung der Klimaauswirkung
CO2e reduziert die Komplexität mehrerer Treibhausgase auf eine einzige Zahl, was manchmal die tatsächliche Umweltwirkung zu stark vereinfacht. Verschiedene Gase verhalten sich in der Atmosphäre unterschiedlich: Manche speichern kurzfristig viel Wärme, andere wirken langsamer, dafür länger. Zum Beispiel:
Die Reduzierung auf eine Einheitskennzahl kann diese Unterschiede in Zeitverläufen und Effekten verschleiern.
2. Unsicherheit bei GWP-Schätzungen
Die GWP-Werte für CO2e-Berechnungen beruhen auf wissenschaftlichen Modellen, die sich im Laufe der Zeit verändern. Beispielsweise variiert das GWP von Methan je nach Betrachtungszeitraum (20 oder 100 Jahre), was zu unterschiedlichen CO2e-Angaben führen kann.
3. Zeitrahmen-Sensitivität
CO2e-Berechnungen basieren meist auf einem 100-jährigen GWP, was kurzfristige Klimaeffekte potenter Gase wie Methan unterbewerten kann. Besonders in Regionen, die auf raschen Klimaschutz setzen, könnte der sofortige Einfluss unterschätzt werden.
4. Potenzial für Missbrauch bei Kompensationsansprüchen
CO2e wird oft für die CO2-Kompensation und Klimaneutralitätsversprechen verwendet, was irreführend sein kann. Da CO2e alle Gase zusammenfasst, können Unternehmen sich eher auf Kompensation als direkte Vermeidung konzentrieren. Daraus ergibt sich möglicherweise ein falscher Eindruck vom Klimafortschritt.
5. Ausschluss nicht-THG-bedingter Klimaeinflüsse
CO2e umfasst ausschließlich Treibhausgase und nicht andere klimaschädliche Faktoren wie Flächennutzungsänderungen, Abholzung oder Aerosolbelastung, die das globale Klima beeinflussen können.
Fazit:
CO2e ist ein wertvolles Werkzeug zur Standardisierung der Emissionsberichterstattung, sollte aber stets mit anderen umfassenden Klimabewertungen kombiniert werden. Das Bewusstsein für die Grenzen hilft, echte Reduktionen zu fördern statt CO2e als reine Zahlenspielerei im Klima-Reporting zu nutzen.
Greenly bietet maßgeschneiderte Lösungen für das CO2-Management und hilft Unternehmen dabei, ihre CO2e-Emissionen präzise zu messen, zu analysieren und zu reduzieren – für eine nachhaltigere Zukunft.
Unsere Leistungen umfassen:
Durch transparente Emissionsdaten und praxisnahe Empfehlungen gibt Greenly Unternehmen die Werkzeuge an die Hand, um fundierte Entscheidungen im Sinne der globalen Nachhaltigkeit zu treffen. Kontaktieren Sie uns gerne für mehr Informationen.
